Ganz klar: Die Weltspitze wird im Tischtennis seit Jahren von chinesischen Spielern dominiert. In kaum einer anderen Sportart sind die Chinesen so tonangebend. Allenfalls im Turnen versetzen sie die Welt immer wieder in Erstaunen. Ihre Leistungsdominanz hier wie auch in so manch anderer Sportart kommt nicht von ungefähr. Sport war für die Volksrepublik China schon immer auch nationales Aushängeschild. Für Länder wie dieses gilt dies umso mehr: Sport, Sportler und Sportlerinnen werden gefördert und gefordert, um das Ansehen des Landes zu steigern.

Tennis-Profis jenseits des Reichs der Mitte

Dennoch: Unbezwingbar sind die chinesischen Top-Sportlerinnen und -Sportler weder im Turnen noch im Tischtennis. Im Turnen werden sie gelegentlich von Sportlern wie Fabian Hambüchen geschlagen, der 2016 olympisches Gold im Reck und 2007 den Weltmeister-Titel holte. Auch im Tischtennis sehen sich die Chinesen immer wieder mit großen Herausforderern vor allem aus Europa konfrontiert. Zu den besten Tischtennis-Spielern aller Zeiten gehört zum Beispiel der Schwede Jan-Ove Waldner, der 1996 Europameister sowie 1989 und 1997 Weltmeister wurde. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona mit Gold im Einzel.

Aber auch deutsche Spieler mischten und mischen seit Jahrzehnten an der Weltspitze im Tischtennis mit. Zu den Großen seines Fachs gehörte auch Jörg Roßkopf, der in seiner aktiven Zeit Waldner und so manch anderem Top-Spieler das Leben schwer machte. Als der Linkshänder seine Laufbahn an den Nagel hängte, endete mit ihm die glorreiche Geschichte des deutschen Tischtennis-Sports nicht. Im Gegenteil, mit Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov – beide werden vom heutigen Nationaltrainer Jörg Roßkopf trainiert – stellt Deutschland derzeit zwei Tischtennis-Profis, die zu den besten der Welt gehören. Im Folgenden sind die Kurz-Porträts dieser drei Ausnahmesportler zu lesen.

Jörg Roßkopf

Jörg Roßkopf erzielte einen seiner ersten und zugleich größten Erfolge 1989 bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Dortmund, als er an der Seite Steffen Fetzners die Goldmedaille im Doppel gewann. Er war damals 19 Jahre alt. Es war der Beginn einer großen Karriere. Insgesamt wurde Roßkopf achtmal Deutscher Meister. Zudem wurde er einmal Europameister im Einzel, einmal im Doppel und einmal mit der Mannschaft. Auch bei den Olympischen Spielen feierte er so manchen Erfolg. 1992 holte er – wieder mit Fetzner – die Silbermedaille. Vier Jahre später erspielte er sich allein die Bronzemedaille. Roßkopfs höchste Weltranglisten-Position war Platz vier, und zwar im Sommer 1992 und im Herbst 1995.

Timo Boll

Was der Trainer nicht schaffte, gelang dem Schüler. Timo Boll, aktuell einer der besten Tischtennis-Spieler der Welt, hat es tatsächlich bis an die Spitze der Weltrangliste geschafft. Nach dem Sieg beim Weltcup 2002 in Japan wurde er im Januar desselben Jahres als erster Deutscher überhaupt die weltweite Nummer eins. Seine Leistung konnte er – trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle – in den nächsten Jahren immer wieder abrufen. Heute gilt Boll als der erfolgreichste deutsche Tischtennis-Spieler überhaupt. Er wurde zwölfmal Deutscher und siebenmal Europa-Meister im Einzel. Bei Weltmeisterschaften holte er mit der Mannschaft fünf Silbermedaillen. Seine Bilanz bei Olympischen Spielen: einmal Silber und zweimal Bronze im Team-Wettbewerb.

Dimitrij Ovtcharow

Wem die Zukunft im deutschen Tischtennis gehört, ist klar: Dimitrij Ovtcharov tat es seinem sieben Jahre älteren Kollegen Boll nach und wurde im Januar 2018 die Nummer eins der Welt. Das Talent wurde dem 1988 in Kiew geborenen Ausnahmesportler in die Wiege gelegt. Ovtcharovs Vater war ebenfalls Tischtennis-Spieler, der seinerzeit sogar in der russischen Nationalmannschaft spielte. Dieser Erfolg war seinem Sohn ebenfalls beschieden. Zudem wurde Dimitrij Ovtcharov zweimal Europameister im Einzel.